Wirkweise von Levonorgestrel und Ethinylestradiol

Ein Einnahmezyklus von Femikadin 20 / 30 mite / 30 beträgt jeweils 21 Tage. Während der Einnahme kommt es zu einer Hemmung der hypophysären FSH- und LH-Sekretion und damit zu einer Hemmung der Ovulation. Durch die Kombination von Ethinylestradiol und Levonorgestrel bleibt das Endometrium atrophisch oder wird sekretorisch transformiert. Der Zervixschleim wird in seiner Konsistenz verändert. Dies wiederum bewirkt eine Verhinderung der Spermienmigration durch den Zervixkanal und eine Motilitätsänderung der Spermien.
Levonorgestrel ist ein sehr potentes Gestagen, die niedrigste tägliche orale Dosis zur Ovulationshemmung beträgt 50 µg. Die Dosis zur sekretorischen Transformation des Endometriums nach Estrogenstimulation (Transformationsdosis) beträgt 7 mg Levonorgestrel pro Zyklus.
Ethinylestradiol entfaltet über Estrogenrezeptoren eine hemmende Wirkung auf das Gonadotropin-freisetzende Hormon im Hypothalamus und stimuliert die Ausschüttung der Gonadotropine (FSH, LH) aus der Adenohypophyse. Ethinylestradiol stabilisiert den Zyklus der Frau.

Wirkort Zervixschleim Endometrium Tube Eierstock
Wirkmechanismus Verdickung Nidationshemmung Störung des Eitransports Ovulationshemmung
Femikadin 20 / 30 mite / 30 + + + +
(20 oder 30 µg EE + 100 oder 125 oder 150 µg Levonorgestrel)

Langzyklus

Wie alle anderen Pillenpräparate in Deutschland sind auch Femikadin 20 / 30 mite / 30 nicht für die Anwendung im Langzyklus zugelassen. Kombinationen mit 150 µg Levonorgestrel und 30 µg Ethinylestradiol (analog Femikadin 30) waren jedoch die ersten Präparate, die vor 10 Jahren in den USA durch die dortige Arzneimittelbehörde FDA zur Langzyklusanwendung (84 Tage Einnahme, danach 7 Tage Pause) zugelassen wurden. Durch die Langzyklusanwendung reduziert sich die Zahl der Blutungstage.
Für Präparate mit 100 µg Levonorgestrel und 20 µg Ethinylestradiol (analog Femikadin 20) wurde die kontinuierliche Anwendung ohne hormonfreie Pause über ein Jahr klinisch geprüft. Dabei entwickelte sich bei der Mehrheit der Anwenderinnen eine Amenorrhoe.

Akne

Auch mit Kombinationen von Levonorgestrel und Ethinylestradiol wie Femikadin 30 wird eine Akne gebessert, wenngleich der Effekt geringer ausgeprägt ist im Vergleich zur Anwendung von Kombinationskontrazeptiva mit antiandrogenen Gestagenen.

Blutungsstörungen

Kombinationen von Levonorgestrel und Ethinylestradiol wie Femikadin 20 / 30 mite / 30 gewährleisten eine gute Zyklusstabilität. Allerdings ist bei etwa 20% der Anwenderinnen mit Blutungsstörungen zu rechnen, die jedoch überwiegend leicht als Spottings ausfallen und keine besonderen hygienischen Maßnahmen erfordern.

Regelschmerzen / Dysmenorrhoe

Kombinationen von Levonorgestrel und Ethinylestradiol wie Femikadin 20 wurden bei jungen Frauen mit Dysmenorrhoe placebokontrolliert geprüft und führten zu einer signifikanten Reduktion der Regelschmerzen.

Wirkung auf das Gewicht

Das Körpergewicht von Frauen unterliegt Veränderungen im Zeitverlauf. In Studien mit Gewichtserfassung werden innerhalb von 6 Monaten bei bis zu 20% der Frauen Gewichtszunahmen um mehr als 2 kg und bei bis zu 5% der Frauen Gewichtsverluste um mehr als 2 kg bestimmt. Im Durchschnitt nehmen 20 jährige Frauen in den folgenden 10 Jahren um 5 kg an Gewicht zu.

Estrogen-Gestagen-Kontrazeptiva haben generell keinen relevanten Effekt auf das Körpergewicht. Dies gilt auch für Kombinationen von Levonorgestrel und Ethinylestradiol wie Femikadin 20 / 30 mite / 30. In kontrollierten Studien über 6 Zyklen ergaben sich hinsichtlich der Wirkung auf das Körpergewicht keine Unterschiede zwischen Kombinationen von Levonorgestrel und Ethinylestradiol wie Femikadin 20 und Placebo.