Zyklus der Frau wird unter der Pille nachgebildet

Mit dem Zyklus bereitet sich der Körper der Frau jeden Monat auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Doch auch Frauen, die die Pille nehmen, erleben einen Zyklus und eine Monatsblutung. Es sei denn, sie stellen die Pilleneinnahme auf den Langzyklus um – dann kommt es zu keiner Regelblutung.

Der weibliche Zyklus

Der normale weibliche Zyklus dauert ca. 26 bis 32 Tage

Der weibliche Menstruations-Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung und wiederholt sich in regelmäßigen Abständen. Bei den meisten Frauen dauert ein Zyklus etwa 28 Tage. Dabei kann die Zykluslänge variieren. 26 bis 32 Tage sind normal. Innerhalb der ersten 14 Tage reift in den Eierstöcken ein Eibläschen (sog. Follikel) zum befruchtungsfähigen Ei heran. Wenn der Follikel platzt (sog. Eisprung oder Ovulation), gelangt das ausgereifte Ei in den Eileiter. Gleichzeitig wird aufgrund der vermehrten Östrogenproduktion die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut. Aus der Eihülle bildet sich nach dem Eisprung der so genannte Gelbkörper, der das Gelbkörperhormon (Progesteron) ausschüttet. Es ist u. a. verantwortlich für den Umbau der Gebärmutterschleimhaut, das heißt, die Gebärmutterschleimhaut wird auf die Einnistung des befruchteten Eis vorbereitet. Wird das herangereifte Ei nicht befruchtet und nistet sich das Ei daher nicht in der Gebärmutter ein, bildet sich der Gelbkörper zurück und stellt seine Hormonproduktion ein. Das unbefruchtete Ei wird zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen – die Monatsblutung tritt ein und der Zyklus beginnt von neuem. Pro Jahr hat eine Frau 13 Zyklen.

Wird das herangereifte Ei nicht befruchtet und nistet sich das Ei daher nicht in der Gebärmutter ein, bildet sich der Gelbkörper zurück und stellt seine Hormonproduktion ein. Das unbefruchtete Ei wird zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen – die Monatsblutung tritt ein und der Zyklus beginnt von neuem. Pro Jahr hat eine Frau 13 Zyklen.

Auch unter der Pille gibt es einen Zyklus

Frauen, die die Antibabypille nehmen, erleben ebenfalls einen Zyklus mit einer Menstruation. Als die Pille um 1960 auf den Markt kam, hat man mit dem 21/7-Tage-Einnahmeschema (21 Tage Einnahme einer hormonhaltigen Pille / 7 Tage Pause) versucht, den natürlichen Zyklus zu imitieren. Daher wurde mit der 7-Tage-Pause die Regelblutung künstlich herbeigeführt. Praktisch handelt es sich bei der Blutung unter Pilleneinnahme nicht um die natürliche Menstruation. Durch den Abfall der Hormonspiegel in der Pause wird eine so genannte Entzugsblutung ausgelöst. Die Gebärmutterschleimhaut, die sich in den 21 Tagen aufgebaut hat, wird abgestoßen.

Immer beliebter bei Pillenverwenderinnen: der Langzyklus

Aus medizinischer Sicht gibt es grundsätzlich keinen Grund, jeden Monat eine Entzugsblutung herbeizuführen. Immer beliebter wird bei vielen Frauen daher auch der so genannte Langzyklus. Beim Langzyklus (Langzeiteinnahme) wird die Pille nicht nach dem klassischen Schema 21/7 eingenommen. Vielmehr wird auf die 7-tägige Einnahmepause, in der normalerweise die Regelblutung einsetzt, verzichtet. Die Pille wird über mehrere Wochen/Monate durchgehend regelmäßig eingenommen. In dieser Zeit hat die Frau keine Regelblutung. Zugleich kann sich die Anwendung der Pille im Langzyklus auch vorteilhaft auf typische Zyklusbeschwerden wie z. B. Regelschmerzen auswirken bzw. diese deutlich verringern. Frauen, die die Pille über einen längeren Zeitraum durchgängig einnehmen möchten, sollten hierüber vorher mit ihrem Frauenarzt sprechen. Für den Langzyklus sind nämlich nur so genannte Einphasenpräparate (z. B. Mikropillen) geeignet.

Weiterführende Informationen

Empfängnisverhütung wird von verschiedenen Pillenarten unterschiedlich bewirkt. Über die Unterschiede von Minipille und Mikropille.

Vereinzelt kann es bei der Einnahme der Pille zu Nebenwirkungen kommen. Wann treten diese bevorzugt auf? In der Pillen-Pause?