Bakterielle Scheideninfektion

Milchsäurebakterien hindern Krankheitserreger, sich zu vermehren

Eine bakterielle Scheideninfektion, auch bakterielle Vaginose genannt, ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Typisches Symptom einer bakteriellen Scheideninfektion ist der vermehrte und fischartig riechende Ausfluss.

  • Milchsäurebakterien
  • Infektion mit Darmbakterien
  • Schwangerschaft

Milchsäurebakterien schützen die Scheidenschleimhaut

Die Scheide wird von zahlreichen Mikroorganismen besiedelt, die in ihrer Gesamtheit die natürliche Scheidenflora bilden. In diesem Milieu überwiegen normalerweise Laktobazillen, auch Milchsäurebakterien oder Döderlein-Bakterien genannt. Sie sorgen für einen günstigen, sauren pH-Bereich von 3,6 bis 4,5.

Gemeinsam mit dem natürlichen, leicht trüben und geruchlosen Ausfluss sowie den großen Schamlippen als mechanische Barriere bildet dieser pH-Wert eine natürliche Schutzbarriere (Antibiose). Auf diese Weise wird das Aufsteigen krankheitserregender Bakterien über die Scheide in die Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke verhindert.

Scheideninfektion: Bakterien aus dem Darm

Zu einer Scheideninfektion, auch bakterielle Vaginose oder Aminvaginose genannt, kommt es, wenn Darmbakterien durch Schmier- und Kontaktinfektionen vom Po auf die Scheide übertragen werden. Werden diese Bakterien in ihrem Wachstum nicht gehemmt, besiedeln sie die Scheidenschleimhaut und lassen schützende Bakterien (Laktobazillen) absterben.

Eine bakterielle Scheideninfektion kann daher also vor allem dann entstehen, wenn das sensible Scheidenmilieu aus der Balance gerät. Wird nämlich das Gleichgewicht der Scheide gestört, nimmt die Zahl der Milchsäurebakterien ab und der pH-Wert des Scheidenmilieus steigt. Krankmachende Bakterien können sich ungebremst vermehren.

Gründe, die eine Infektion der Scheide mit Bakterien begünstigen:

  • instabiles Scheidenmilieu (Mischflora, zu wenig Laktobazillen)
  • verändertes Scheidenmilieu in der Schwangerschaft
  • Einnahme von Antibiotika (Antibiotika wirken auch gegen gesunde, nützliche Bakterien und schwächen so die Abwehrmechanismen)
  • vaginale Belastung (durch Intimsprays, Dauergebrauch von Tampons)

In der Schwangerschaft sind Frauen für Bakterien und Pilze anfällig

Anders als Scheidenpilz ist eine bakterielle Scheideninfektion für das Ungeborene eine ernst zu nehmende Gefahr, weil sie das Risiko für vorzeitige Wehen, einen verfrühten Fruchtblasensprung und eine Frühgeburt erhöht.

Aufgrund der hormonellen Umstellung sind Schwangere häufig von einem bakteriellen Ungleichgewicht in der Scheide oder auch Scheidenpilz betroffen. Wichtig ist, dass sich eine schwangere Frau nicht auf eigene Faust für eine Behandlung entscheidet. Nur der Frauenarzt kann durch eine sorgfältige Diagnose eine passende Therapie auswählen und so unnötige Schwangerschaftskomplikationen vermeiden.

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Typisch für eine bakterielle Scheideninfektion ist der fischartig riechende Ausfluss. Lässt sich der Geruch durch verstärkte Intimhygiene mindern?

Eine bakterielle Scheideninfektion ist ernst zu nehmen. Sie sollte vom Arzt behandelt werden. Was aber können Betroffene selbst tun?

Für einen wohlriechenden Körper verwenden manche Frauen auch Intimdeos und Scheidenspülungen. Ist das gut?