Hormonmangel führt zu Scheidentrockenheit

Viele Frauen in und nach den Wechseljahren, aber auch jüngere Frauen leiden unter Symptomen einer Scheidentrockenheit. Meist handelt es sich dabei um die Folge eines Östrogenmangels.

  • Wechseljahre
  • Einnahme der Pille
  • Östrogenmangel

Das Hormon Östrogen reguliert die Feuchtigkeit der Scheide

In der Haut der Scheide und im Bindegewebe im Beckenbodenbereich befinden sich eine Vielzahl von Rezeptoren für das weibliche Hormon Östrogen. Das Hormon reguliert die Erneuerung des Bindegewebes im Beckenbodenbereich und der die Scheide innen auskleidenden Zelllagen in besonderem Maße. Dabei werden auch die Blutgefäße der Scheidenwand weit gestellt, so dass mehr Feuchtigkeit aus der Scheidenwand in die Scheide gelangt. Östrogen fördert somit im Vaginalbereich Zellerneuerung, Durchblutung und Feuchtigkeitssekretion. Aber auch die Blase und Harnröhre werden durch Östrogen günstig beeinflusst.

Scheidentrockenheit bei Östrogenmangel in den Wechseljahren

Unter Östrogenmangel, wie er insbesondere in den Wechseljahren auftritt, werden die Östrogen-Rezeptoren im Bereich des Beckenbodens und der Scheide nicht mehr ausreichend durch Östrogen aktiviert, so dass sich die Zellerneuerung verlangsamt. Dies führt dazu, dass die Vaginalhaut und die Haut des Scheideneingangs dünner und empfindlicher werden. Die Durchblutung verschlechtert sich, das Gewebe verliert seine Feuchtigkeit und Elastizität.

Auch bei jungen Frauen kann es zu Östrogenmangel im Scheidenbereich kommen

Aber auch bei Frauen im gebärfähigen Alter kann es zu einem lokalen Hormonmangel im Beckenbodenbereich kommen. Dieser Hormonmangel kann Frauen betreffen, die mit einer niedrig dosierten Antibabypille verhüten, die zu der Gruppe der Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparate gehört (z. B. Mikropille). Auch Antibabypillen oder Injektionspräparate, die nur ein Gestagen enthalten, können eine Scheidentrockenheit verursachen.
Bei der Verhütung mit der Pille wird die körpereigene Östrogenproduktion unterdrückt. Das mit der Pille niedrig dosiert zugeführte Östrogen ist manchmal nicht ausreichend um die regenerativen Prozesse im Beckenbodenbereich und damit auch in der Scheide aufrechtzuerhalten. Als Folge werden die Scheidenhaut sowie die Schleimhaut der Harnröhre und Blase dünner und empfindlicher, die Durchblutung ist vermindert, was wiederum eine unzureichende Befeuchtung und verringerte Immunabwehr zur Folge hat.
Die unerwünschten Effekte des lokalen Östrogenmangels: Scheidentrockenheit und damit verbundene Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie eine erhöhte Anfälligkeit für urogenitale Infektionen wie bakterielle Scheideninfektionen und bakterielle Entzündungen der Harnröhre und der Blase.

Scheidentrockenheit und Mikrorisse sind nicht nur Symptome eines Hormonmangels. Auch Infektionen können Brennen, Jucken und Schmerzen verursachen.

Bei Scheidentrockenheit auf Grund eines Östrogenmangels helfen östrogenhaltige Cremes oder Vaginalzäpfchen. Alternativ kann auch ein Befeuchtungsgel angewendet werden.

Eine langfristige Therapie des Hormonmangels erfordert Geduld. Kurzfristig können Befeuchtungs- und Milchsäurehaltige Gele die Beschwerden lindern.