Therapie von Sodbrennen

Häufiges Sodbrennen kann ernste Folgen, zum Beispiel Entzündungen der Speiseröhre, haben. Regelmäßiges Magenbrennen und saures Aufstoßen sollten deshalb grundsätzlich behandelt werden. Aber auch gelegentliches Sodbrennen kann die Lebensqualität der Betroffenen einschränken. In vielen Fällen helfen Hausmittel und rezeptfreie Arzneimittel aus der Apotheke.

Die Therapie bei Sodbrennen ist abhängig von Ursache und Schweregrad der Beschwerden. Treten die Beschwerden nur gelegentlich und in leichter Form auf, genügt es häufig, gängige Tipps zur Ernährungsumstellung (zum Beispiel Verzicht auf sehr fettige und/oder zuckerhaltige Speisen) zu beachten und bestimmte Nahrungsmittel zu meiden.
Da der Körper in stressigen Zeiten besonders zur vermehrten Produktion von Magensäure neigt, können auch Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Meditation dazu beitragen, Sodbrennen langfristig zu vermeiden.

Faktoren, die das Sodbrennen begünstigen

Ursache von Sodbrennen ist der Rückfluss sauren Mageninhalts in die Speiseröhre. Bei akutem Sodbrennen ist es deshalb wichtig, den aggressiven Magensaft zu binden und/oder zu neutralisieren.

Bewährte Hausmittel gegen akutes Sodbrennen

Es gibt einige Lebensmittel, die bei Sodbrennen schnell die Symptome lindern:

  • Stärkehaltige Nahrungsmittel, z.B. trockenes Weißbrot, Kartoffeln oder Bananen, können überschüssige Magensäure binden.
  • Ebenso können ein Glas Milch  oder sorgfältig zerkaute Nüsse (ungesalzen!) gegen das Sodbrennen helfen. Diese sollen die Verdauungssäfte neutralisieren.
  • Einige Löffel ungezuckerte, trockene Haferflocken und/oder Magerquark binden Magensäure und wirken leicht neutralisierend.
  • Heilerde (zwei Teelöffel aufgelöst in einem Glas Wasser) kann überschüssige Magensäure binden.

Vorsicht beim Hausmittel Natron!

Das Soda gilt als Klassiker unter den Hausmitteln gegen Sodbrennen. Seine Anwendung kann aber mit lästigen Nebenwirkungen verbunden sein. Natron kann zwar Magensäure neutralisieren, hat aber auch die unangenehme Eigenschaft, in Verbindung mit Flüssigkeit Blasen zu bilden. Folge sind häufig Blähungen und Bauchschmerzen.

Medikamente und Arzneimittel gegen Sodbrennen

Bringen Hausmittel keine Linderung, können die Symptome von Sodbrennen in vielen Fällen mithilfe bestimmter Medikamente zuverlässig und schnell behandelt werden. Viele davon sind frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich. Es gibt verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Wirkmechanismen:

1. Säurebindende Mittel (Antazida)

Die medikamentöse Behandlung von Sodbrennen umfasst z.B. Antazida.Diese neutralisieren die überschüssige Säure im Magen. Wirkstoffe wie Hydrotalcid oder Magaldrat (z.B. in RIOPAN) wirken meist innerhalb weniger Minuten. Säurebindende Arzneimittel sind in der Apotheke als Kautablette, Gel oder Trinklösung rezeptfrei erhältlich. Antazida gelten als besonders verträglich, bestimmte Präparate können nach Absprache mit dem Arzt auch kurzzeitig in der Schwangerschaft eingenommen werden.

2. Säurehemmende Mittel (H2-Blocker)

H2-Blocker, auch H2-Rezeptor-Antagonisten genannt, blockieren die Histamin-Rezeptoren der Belegzellen im Magen, die für die Produktion von Magensäure verantwortlich sind. Durch die Einnahme von H2-Blockern wird somit die Magensäureproduktion vermindert. Präparate mit dem Wirkstoff Ranitidin sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und nur für kurzzeitige Anwendung geeignet.

3. Protonenpumpenhemmer

Präparate mit Wirkstoffen wie Omeprazol oder Pantoprazol gelten in der Therapie von Sodbrennen als besonders wirksam. Protonenpumpenhemmer blockieren die Protonenpumpen in den Belegzellen des Magens und hemmen so die Ausschüttung von Magensäure. Da der Körper erst wieder neue Protonenpumpen einbauen muss, wirken die Protonenpumpenhemmer länger anhaltend als andere Präparate zur Säurereduktion. Protonenpumpenhemmer sind in niedriger Dosierung teilweise frei verkäuflich (z.B. PANTOZOL Control) und zur kurzfristigen Behandlung von Refluxsymptomen geeignet.

Schwangere und Medikamente gegen Sodbrennen

Während der Schwangerschaft sollte in erster Linie der Lebensstil und die Ernährungsweise angepasst werden, um das Sodbrennen zu bekämpfen. Falls die Beschwerden trotz Ernährungstipps und gängiger Hausmittel bestehen bleiben, kann die Einnahme rezeptfreier Medikamente erwogen werden. Dies sollte jedoch nur in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Bei länger bestehenden Beschwerden zum Arzt

Wichtig: Auch freiverkäufliche Medikamente sollten nicht länger als zwei Wochen kontinuierlich bzw. nicht länger als 4 Wochen ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Halten Ihre Beschwerden an oder kehren immer wieder, lassen Sie Ihre Probleme mit Sodbrennen beim Arzt (Internist, Gastroenterologe) abklären.

Säuerliches Aufstoßen, Brennen im Magen, Hals und in der Kehle, gelegentlich gepaart mit Übelkeit: Die Symptome von Sodbrennen treten besonders oft nach großen, fettigen Mahlzeiten auf

Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die Sodbrennen in vielen Fällen vorbeugen oder im Akutfall lindern. Viele Tipps können Betroffene mit Hilfsmitteln aus dem Haushalt ganz einfach anwenden