Andrologie

Die Andrologie (von altgr. ἀνήρ, Gen. ἀνδρός = „Mann“, λόγος = „Lehre“, also „Lehre des Mannes“) ist ein Spezialgebiet der Medizin. Es befasst sich hauptsächlich mit den Fortpflanzungsfunktionen des Mannes und deren Störungen. Die Andrologie ist damit die männliche Entsprechung zur Gynäkologie.

Im Fokus steht vor allem der alternde Mann. Der alternde Mann hat besondere andrologische Erkrankungen und ein spezielles Risikoprofil, das bei der Durchführung von Therapien unbedingt beachtet werden muss. Die Andrologie ist ein interdisziplinäres Betätigungsfeld. Es wirken Endokrinologen, Humangenetiker, Urologen, Dermatologen, Sexual- und Reproduktionsmediziner und unter Umständen viele andere Spezialisten wie Mikrobiologen, Onkologen oder Virologen zusammen. Die Zusatzbezeichnung Andrologie ist nach entsprechendem Ausbildungsnachweis für Fachärzte der Urologie, Dermatologie, und Endokrinologie erlaubt. Zentralorgan der Andrologie ist die Deutsche Gesellschaft für Andrologie (DGA).

Ein Schwerpunkt der Andrologie ist die Untersuchung des männlichen Hormonstatus. Hier ist vor allem der Testosteronmangel relevant. Er kann zu schweren Störungen im Bereich der Blutbildung, des Knochenstoffwechsels, der Stimmung, Libido und Erektionsfähigkeit führen. Patienten, bei denen ein Testoteronmangel nachgewiesen wurde, werden mit einer Ersatztherapie behandelt. Die Anwendung eines Testosterongels hat sich hier besonders bewährt. Die DGA geht davon aus, dass alleine in Deutschland vier bis sechs Millionen Männer im Alter zwischen 30 bis 70 Jahren von einer Erektionsstörung betroffen sind.

Gibt es die Wechseljahre auch beim Mann? Diese Frage wird von vielen Experten verneint. Wenn man sich die Symptome anschaut, die sich bei vielen Männern zwischen 45 und 65 Jahren zeigen, wird deutlich, dass dieser Gedanke gar nicht abwegig ist.