Zyklusbeschwerden

Der Menstruationszyklus

Der Menstruationszyklus ist ein wiederkehrender Vorgang, mit dem sich der weibliche Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet.

Ein Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung (Syn. Periode) und dauert durchschnittlich 28 Tage. Es ist aber kein Grund zur Sorge, wenn der Zyklus eine Länge zwischen 25- 35 Tagen hat, denn die Zykluslänge variiert von Frau zu Frau. Selbst von Zyklus zu Zyklus kann die Dauer um einige Tage variieren.

Gesteuert wird der Menstruationszyklus von den Hormonen des Hypothalamus (GnRH- Gonadotropine Releasing Hormone), der Hirnanhangdrüse (FSH – Follikel stimulierendes Hormon und LH – Luteinisierendes Hormon) und den Hormonen der Eierstöcke Östrogen und Progesteron.

Follikelphase

In der ersten Phase des Zyklus regt das Follikelstimulierende Hormon (FSH) der Hirnanhangdrüse das Wachstum von sogenannten Follikeln (mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen) im Innern der Eierstöcke an. Die Follikel produzieren Östrogene (Estradiol), was unter anderem zur Heranreifung einer Eizelle im Inneren des Follikels führt. Nur ein Follikel erreicht die volle Reife, die anderen sterben ab. Der steigende Östrogenspiegel führt außerdem zu einem Wachstum und stärkeren Durchblutung der obersten Schicht der Schleimhaut an der Innenwand der Gebärmutter.

Eisprung

Ungefähr 14 Tage nach Beginn der Menstruation (etwa in der Zyklusmitte) führt der hohe Östrogenspiegel dazu, dass die Hirnanhangdrüse das Luteinisierende Hormon (LH) verstärkt ausschüttet. Durch den LH-Peak platzt der reife Follikel auf und entlässt die reife Eizelle in den Eileiter (Eisprung). Die nun für ca. 24 Stunden befruchtungsfähige Eizelle wandert in Richtung Gebärmutter und aus den Resten des Follikels entsteht der Gelbkörper. Der Gelbkörper bildet nun die Hormone Estradiol und Progesteron.

Gelbkörperphase

In der zweiten Zyklushälfte sinkt der Östrogenspeigel wieder und der Progesteronspiegel steigt an. Progesteron bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor, indem es eine weitere Verdickung der Gebärmutterschleimhaut, eine Verästelung der Blutgefäße und eine Absonderung von Nährstoffen in die Gebärmutterhöhle bewirkt. Hat eine Befruchtung stattgefunden produziert der Gelbkörper weiterhin vermehrt Progesteron und hält so die Schwangerschaft aufrecht, bis die Plazenta ca. im dritten Schwangerschaftsmonat die Hormonproduktion übernimmt. Eine nicht befruchtete Eizelle stirbt ab und wird von Zellen des Immunsystems verdaut.

Menstruation

Kommt es zu keiner Befruchtung bildet sich der Gelbkörper zurück und stellt die Hormonproduktion ein. Angeregt durch starken Abfall des Progesteronspiegels wird die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen. Dabei finden lokal in der Gebärmutterschleimhaut Entzündungsprozesse statt, die dazu führen, dass einige Blutgefäße vorübergehend durchlässiger und vermehrt Botenstoffe wie Prostaglandine freigesetzt werden. Die Prostaglandine bewirken auch dass sich die Muskeln in der Gebärmutter in unregelmäßigem Rhythmus zusammenziehen (Kontraktion) und entspannen. Das Gewebe kann sich dadurch lösen und zusammen mit etwas Blut durch den Muttermund und die Vagina abfließen. Bei den meisten Frauen dauert die Periode 3 bis 7 Tage. Während dieser Zeit verlieren die Frauen insgesamt etwa 60 ml Blut (entspricht ca. eineinhalb Schnapsgläser). Der Blutverlust während der Periode wird auch durch das effektive Zusammenziehen der Muskeln in Gefäßwänden der Spiralarterien begrenzt.

Für die Regelblutung gibt es unterschiedliche Bezeichnungen, wie z.B. Menstruation, Periode, Monatsblutung oder Tage. Die erste Monatsblutung im Leben einer Frau wird „Menarche“ genannt und tritt durchschnittlich um das 12. Lebensjahr herum ein. In den ersten 2-3 Jahren nach der Menarche bestehen noch anovulatorische (ohne Eisprung) und unregelmäßige Zyklen.

Störungen des Menstruationszyklus

Wird das fein abgestimmte Zusammenspiel der Hormone und die Prozesse in der Gebärmutter gestört, kann das Auswirkungen auf die Blutungshäufigkeit, die Blutungsstärke und/oder die Blutungsdauer oder Menstruationsbeschwerden kurz vor- oder zu Beginn der Periode (Dysmenorrhoe) haben.  

Störungen der Blutungshäufigkeit (Tempo- oder Rhythmusstörungen)

Amenorrhoe bzw. Oligomenorrhoe: Fehlende bzw. zu seltene Regelblutung (seltener als 35 Tage).

Polymenorrhoe: Zu häufige Regelblutung. Die Blutung tritt öfter als alle 24 Tage auf. Diese Störung tritt häufig bei jungen Mädchen kurz nach Einsetzen der ersten Regelblutung oder bei Frauen vor den Wechseljahren auf.

Störungen der Blutungsstärke und/oder Blutungsdauer (Typusstörungen):

Hypomenorrhoe: Zu schwache Regelblutung. Ursache können ein Hormonmangel, bestimmte Medikamente oder psychische Belastung sein. In den meisten Fällen eine zu schwache Blutung nur bei bestehendem Kinderwunsch behandelt.

Hypermenorrhoe: Zu starke Regelblutung bei normaler Blutungsdauer von max. 7 Tagen. Definitionsgemäß verlieren die Frauen während ihrer Periode regelmäßig insgesamt mehr als 80 ml Blut.

Der tatsächliche Blutverlust ist schwer messbar. Ein Hinweis auf eine zu starke Regelblutung kann jedoch sein, wenn:

  • eine Frau ihre Binden oder Tampons nach 1 bis 2 Stunden wechseln oder ihre Menstruationstasse bereits nach 2 Stunden ausleeren muss.
  • eine Frau sich während der Periode schnell schwach und müde fühlt
  • das Menstruationsblut viele dicke Blutklumpen enthält.

Die häufigste Ursache einer Hypermenorrhoe ist eine gestörte bzw. beeinträchtigte Kontraktion (Zusammenziehen) der Muskulatur der Gebärmutter, was die Verengung der Blutgefäße beeinträchtigt. Das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur wird z.B. durch Myome und Polypen (gutartige Geschwulste), Verwachsungen, Entzündungen und möglicherweise auch durch die Spirale gestört. Selten können auch andere medizinische Probleme wie Hormonstörungen, hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren, Blutgerinnungsstörungen (z.B. Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom), Herz-, Nieren-, Schilddrüsen- oder Leberkrankheiten eine verstärkte Regelblutung auslösen. Manchmal lässt sich aber auch keine eindeutige Ursache finden.

Bei einer zu starken und verlängerten Regelblutung, d.h. die Blutung dauert länger als 7 Tagen spricht man von einer Menorrhagie. Nicht immer ist es einfach die Hypermenorrhö von der Menorrhagie abzugrenzen, so dass oftmals auch bei der Hypermenorrhö eine verlängerte Blutungsdauer angenommen wird.

Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhoe, Regelschmerzen):

Viele Frauen spüren schon vor Einsetzten der Regelblutung mehr oder weniger die Kontraktionen der Muskulatur im Unterleib. Die Dysmenorrhö bezeichnet die schmerzhafte Regelblutung. Diese äußert sich durch krampf-bis kolikartige Unterbauchschmerzen kurz vor oder zu Beginn der Blutung mit häufig wellenartigem Charakter. Begleiterscheinungen können Rückenschmerzen, Erbrechen, Kopfschmerzen, Durchfall oder Müdigkeit sein. Kann eine organische Ursache ausgeschlossen werden, spricht man von einer primären Dysmenorrhoe. Diese tritt vor allem bei Mädchen mit regelmäßigem Zyklus und jungen Frauen auf. Die Ursache ist eine verlängerte und verstärkte Kontraktion der Uterusmuskulatur, die in der Folge einen sogenannten Ischämieschmerz auslöst. Vermutlich bildet die Gebärmutterschleimhaut bei den Betroffenen mehr Prostaglandine (Uterusmuskulatur anspannende Botenstoffe). Eine familiäre Veranlagung, sozialer Stress oder eine ungesunde Lebensweise (Rauchen, Alkohol) begünstigen eine primäre Dysmenorrhoe. Auch der allgemeine Umgang mit dem Zyklus und das persönliche Empfinden der Beeinträchtigung durch die Menstruation scheinen Einfluss auf die Schwere der schmerzhaften Regelblutung zu haben.

Ist die Ursache eine behandlungsbedürftige organische Erkrankung liegt eine sekundäre Dysmenorrhoe vor. Mögliche Ursachen sind u.a. Endometriose (Gebärmutterschleimhaut befindet sich außerhalb der Gebärmutter), Entzündungen an der Gebärmutter, den Eileitern oder den Eierstöcken, die Spirale zur Empfängnisverhütung oder gutartige Geschwulste der Gebärmutter, z.B. Myome. Eine sekundäre Dysmenorrhoe betrifft Frauen vor allem nach dem 35. Lebensjahr.

Therapie von Zyklusstörungen

Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, zunächst die Ursache für die Zyklusstörungen herauszufinden. Wenden Sie sich dazu vertrauensvoll an eine Fachärztin/einen Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Eine zugrundeliegende Erkrankung oder eine hormonelle Störung kann dann nach Diagnose gezielt behandelt werden.

Bei einigen Beschwerden im Zusammenhang mit der Menstruation bzw. dem Menstruationszyklus können auch pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) angewendet werden.

Wie wird die primäre Dysmenorrhoe (schmerzhafte Regelblutung) behandelt?

Eine schmerzhafte Regelblutung ist weit verbreitet: Die meisten Mädchen und Frauen haben während ihrer Periode zeitweise mehr oder weniger starke schmerzhafte Menstruationskrämpfe.

Bei Frauen unter 20 Jahren sind die Beschwerden meist stärker als bei älteren Frauen. Meist lassen diese wenige Jahre nach der ersten Periode nach, bei manchen hören sie auch ganz auf. Viele Frauen haben nach der Geburt ihres ersten Kindes weniger Beschwerden. Eine allgemeingültige Strategie bei schmerzhaften Menstruationskrämpfen gibt es leider nicht, denn diese können in der Intensität individuell unterschiedlich ausgeprägt oder empfunden werden.

Schmerzmittel: Bildung krampfauslösender Prostaglandine verhindern

Entzündungshemmende Arzneistoffe aus der Gruppe der sogenannten nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) hemmen die Bildung der Prostaglandine. Dadurch können Krämpfe der Gebärmuttermuskulatur und Regelschmerzen gelindert werden. Nicht jeder Frau helfen diese Schmerzmittel und nicht jede verträgt diese gut. Außerdem sind sie nicht für eine regelmäßige Anwendung geeignet.

Hormonelle Therapie: Hormone ins Gleichgewicht bringen

Die Antibabypille oder andere Präparate mit weiblichen Sexualhormonen können nicht nur zur Empfängnisverhütung eingesetzt werden, sondern auch Regelschmerzen lindern. Durch den Hormoneinfluss wird deutlich weniger Gebärmutterschleimhaut aufgebaut, also somit der Menstruationsfluss vermindert und weniger Prostaglandine gebildet. Wie bei der Einnahme jedes Arzneimittels kann es zu Nebenwirkungen kommen. Daher geht der Entscheidung über eine hormonelle Therapie eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung gemeinsam mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt voraus.  

Mit Pflanzenmedizin die Gebärmuttermuskulatur entspannen

Die Therapie mit pflanzlichen Arzneimitteln, die Phytotherapie, ist ein Bestandteil der Schulmedizin und basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ihre Arzneimittel, die Phytopharmaka, werden nach denselben strengen Qualitätskriterien wie synthetische Arzneimittel hergestellt und haben in der modernen Frauenmedizin mittlerweile einen festen Platz.

Bei leichten schmerzhaften Menstruationskrämpfen können auch Extrakte aus Schafgarbe oder Arzneitees mit Frauenmantel oder Gänsefingerkraut aufgrund ihrer krampflösenden Eigenschaft eingesetzt werden. Insbesondere Schafgarbe (Achillea millefolium) hat sich durch die langjährige medizinische Erfahrung bei Menstruationsbeschwerden bewährt. Zu dieser Einschätzung kommt auch der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelbehörde1. Pflanzliche Arzneimittel mit Schafgarbentrockenextrakt können zur Linderung der schmerzhaften Krämpfe während der Menstruation bei Bedarf mehrmals täglich entsprechend der Gebrauchsinformation eingenommen werden. Wenn aus ärztlicher Sicht nichts dagegenspricht, ist eine regelmäßige monatliche Einnahme möglich.

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KadeZyklus ist ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur symptomatischen Behandlung leichter Krämpfe während der Menstruation.

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Unterstützende Maßnahmen: Mit Wärme und Sport Beschwerden mindern

Begleitende Maßnahmen wie Wärmeanwendungen oder eine Veränderung der Lebensgewohnheiten z.B. Rauchstopp, Omega-6-Fettsäuren-arme Ernährung (Omega-6-Fettsäuren sind Ausgangsstoff für Prostaglandine), mehr körperliche Aktivität, Gewichtsreduktion und ein verringerter Alkoholkonsum können einen positiven Effekt haben.

Wenn die Beschwerden wiederholt in starker Intensität oder neu auftreten bzw. den Alltag beeinträchtigen ist es ratsam, sich ärztlichen Rat einzuholen und nach einer passenden Behandlung zu suchen. Starke Schmerzen müssen nicht als „natürlich“ hingenommen werden. 

Wie können verstärkte Blutungen (Hypermenorrhoe) behandelt werden?

Je nach Ursache einer starken Regelblutung gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Schmerzmittel: Entzündungshemmende Arzneistoffe aus der Gruppe der sogenannten nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) hemmen die Bildung der Prostaglandine und reduzieren die Blutungsstärke. Acetylsalicylsäure (ASS) ist nicht geeignet, da es aufgrund seiner gerinnungshemmenden Wirkung die Blutung verstärken kann.

Blutungshemmer: Es gibt spezielle Medikamente, die in die Blutgerinnung eingreifen und so die Blutungsneigung verringern. Diese Medikamente sollten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Hormonelle Therapie: Mit hormonellen Verhütungsmitteln (Antibabypille, Hormonspirale) wird das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut gehemmt und so die Regelblutung abgeschwächt.

Operative Therapie: In einigen Fällen kann eine medikamentöse Therapie aus medizinischen Gründen nicht erfolgen oder bleibt erfolglos. Wird die Blutung durch Myome und Polypen verstärkt, kann eine Entfernung dieser gutartigen Geschwülste sinnvoll sein. Bei sehr starken und belastenden Beschwerden kann auch die Entfernung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumresektion oder -ablation) oder auch die Entfernung der Gebärmutter als letzte Option (Hysterektomie) in Erwägung gezogen werden. Diese beiden Verfahren schränken dauerhaft die Möglichkeit ein schwanger zu werden.

Mit Pflanzenmedizin starke Blutungen während der Menstruation mindern

Hirtentäschelkraut in Arzneitees hat sich aufgrund einer langjährigen medizinischen Erfahrung bei verstärkten Blutungen in der Frauenheilkunde bewährt. Zu dieser Einschätzung kommt auch der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelbehörde.2Hirtentäschel (Capsella Bursa Pastoris) regt vermutlich die Muskulatur der Gebärmutter und der Blutgefäße zur Kontraktion an und trägt so zur Regulierung der Blutungsstärke bei.  

Bei der Wahl der passenden Therapie ist es wichtig, sich über Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und sich ärztlichen Rat einzuholen.

1 European Medicines Agency (EMA). HMPC “Final assessment report on Achillea millefolium L., herba Revision 1” (EMA/HMPC/376415/2019; 23 September 2020 Committee on Herbal Medicinal Products [HMPC]).2020. S. 1-42

2 European Medicines Agency (EMA). HMPC “Final assessment report on Capsella bursa-pastoris (L.) Medikus, herba first version” (EMA/HMPC/262767/2010;12 July 2011 Committee on Herbal Medicinal Products [HMPC]).2011. S.1-20

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