Vitamin D-Versorgung von Kindern im Winter 

Im ersten Lebensjahr bekommt jedes Kind automatisch Vitamin D zur Rachitis-Prophylaxe verordnet. Danach wird sich so manche Mutter und so mancher Vater, insbesondere in den Wintermonaten, fragen: „Ist mein Kind ausreichend mit Vitamin D versorgt?“ 

Fakt 1: Vitamin D hat im Körper die Funktion eines Prohormons. Es ist nötig für ein gesundes Knochenwachstum und hat darüber hinaus vielfältige positive Wirkungen, beispielsweise auf das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System und das Zellwachstum. 

Fakt 2: Vitamin D hat eine Sonderstellung unter den Vitaminen, denn es kann mithilfe von Sonnenlicht aus einer Vorstufe in der Haut selbst gebildet werden. Dazu ist jedoch ein ausreichend langer Aufenthalt im Freien bei ausreichender UV-Intensität nötig.  

Fakt 3: Die Ernährung trägt nur mit einem geringen Anteil zur Vitamin-D-Versorgung bei, da nur wenige Lebensmittel wie z. B. fetter Fisch und Innereien größere Mengen an Vitamin D enthalten.

Während der ersten 12 bis 18 Lebensmonate oder mindestens bis zum zweiten vom Kind erlebten Frühsommer wird dem Kind standardmäßig Vitamin D zur Vorsorge verordnet. Dadurch wird der ausreichende Aufbau der Knochen gefördert und einer Rachitis vorgebeugt.

Für ältere Kinder gibt es keine allgemeine Empfehlung zur Einnahme eines Vitamin D-Präparates. In einer für Deutschland repräsentativen Stichprobe (KIGGS) zeigte sich, dass der Vitamin D-Spiegel mit zunehmendem Alter abnimmt. Die Vitamin D-Werte im Blut sind bei Kindern bis 2 Jahren am höchsten. Die niedrigsten Werte wurden für Jungen im Alter von 14-17 Jahren und für Mädchen im Alter von 11-13 Jahren gemessen. 

Ursache eines niedrigen Vitamin D-Spiegels ist zum einen die geringe Zufuhr von Vitamin D mit der Nahrung. Zudem ist die körpereigene Produktion von Vitamin D durch Sonnenlicht starken Schwankungen unterworfen. In den Sommermonaten zwischen 12 und 15 Uhr ist es ausreichend, ca. 20 Minuten mit unbedecktem Gesicht und unbedeckten Armen in der Sonne zu verbringen. Sonnenschutzmittel können die Produktion jedoch stark vermindern. Im Winterhalbjahr ist die Sonnenbestrahlung generell nicht stark genug, um eine ausreichende Vitamin D-Produktion zu gewährleisten. 

Während dieser Zeit greift der Körper auf seine Vitamin D-Speicher im Muskel- und Fettgewebe zurück. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Aufnahme von 20 µg Vitamin D/Tag für Kinder ab 1 Jahr sollte im Winterhalbjahr durch die Ernährung und gegebenenfalls durch Nahrungsergänzung erreicht werden. Eine Einnahme von Vitamin D-Präparaten wird von der DGE nur dann empfohlen, wenn eine unzureichende Versorgung nachgewiesen ist und eine Verbesserung der Versorgungslage weder durch die Ernährung noch durch die körpereigene Synthese zu erreichen ist. Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. hält eine tägliche Zufuhr von 15µg (= 600 IE) Vitamin D für wünschenswert und erklärt, dass diese Menge bei einer durchschnittlichen Ernährung durch die zusätzliche Zufuhr von 500 IE Vitamin D erreicht werden kann.

Die Versorgung von Kindern mit Vitamin D ist nicht immer ausreichend, kann aber in den Sommermonaten durch einen Aufenthalt im Freien erreicht werden. Die Entscheidung, zusätzlich Vitamin D zu ergänzen, muss individuell getroffen werden und sollte auch mit dem Kinderarzt besprochen werden. 

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