Die Pille: Wirkungsweise und Wirkeintritt

Die Pille wirkt empfängnisverhütend und hat oft sogar einen zusätzlichen Nutzen auf Haut und Haare. Beginnt die Einnahme am ersten Tag der Periode, ist der Empfängnisschutz sofort gegeben.

  • optimaler Empfängnisschutz – vor allem durch Hemmung des Eisprungs
  • Zusätzlicher Nutzen (Haut und Haare, weniger Zyklusbeschwerden/Regelbeschwerden)
  • Empfängnisschutz ab dem ersten Einnahmezyklus

Mikropille und Minipille wirken unterschiedlich

Grundsätzlich kann man Pillen nach ihrer Zusammensetzung und Dosierung unterscheiden. Es gibt so genannte Monopräparate (Minipillen), die als Bestandteil nur ein Gestagen enthalten. Mikropillen hingegen enthalten Östrogen (in der Regel Ethinylestradiol) sowie zusätzlich ein Gestagen in niedriger Dosierung. Entsprechend wirken beide Pillenarten unterschiedlich.

Mikropille: 

  • unterdrückt über das Östrogen sowohl den Reifeprozess der Eizelle als auch den Eisprung
  • zusätzlich wird der Umbau der Gebärmutterschleimhaut gestört, das heißt, diese wird nicht auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereitet
  • es bildet sich am Eingang der Gebärmutter ein Schleimpfropf, der für Spermien nahezu undurchdringbar ist

Weiterhin unterscheidet man Kombinationspillen, die 21 Tabletten in identischer Hormondosierung enthalten, und solche mit 2 („2-Phasenpräparate“) oder 3 („3-Phasenpräparate“) unterschiedlichen Dosierungen. In der Praxis werden aufgrund des einfachen Einnahmeschemas und der sehr guten Verträglichkeit am häufigsten die niedrig dosierten Einphasenpillen (Mikropillen) angewendet. Ein wichtiger Vorteil von Einphasenpillen ist außerdem die Möglichkeit der Langzyklusanwendung.

Minipillen:

  • Man unterscheidet zwischen der klassischen Minipille mit 30 Mikrogramm Levonorgestrel und den neueren Minipillen mit 75 Mikrogramm Desogestrel als Wirkstoff
  • Minipillen enthalten kein Estrogen und sind deshalb auch für übergewichtige Frauen, Raucherinnnen, Diabetikerinnen und Frauen mit Bluthochdruck geeignet
  • Alle Minipillen müssen kontinuierlich ohne Unterbrechung angewendet werden

Klassische Minipille mit 30 Mikrogramm Levonorgestrel 

  • Der Eisprung wird nicht verhindert
  • Allerdings wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gestört, um das befruchtete Ei an der Einnistung zu hindern
  • Am Gebärmuttereingang bildet sich ein zäher Schleimpfropfen, der die Spermien am Durchdringen hindert
  • die Einnahme muss pünktlich stets zur selben Zeit erfolgen (+/- 3 Stunden)

Minipille mit 75 Mikrogramm Desogestrel

  • Die Desogestrel-Minipille unterdrückt den Eisprung
  • Zusätzlich verdickt sich der Schleim am Gebärmuttereingang, um das Eindringen der Spermien zu verhindern
  • Der Transport der reifen Eizellen in den Eierstöcken wird erschwert
  • Mehr Flexibilität in der Einnahme als bei der klassischen Minipille – eine gelegentlich bis zu 12 Stunden verspätetet Einnahme ist möglich (Vergleichbar mit den kombinierten Pillen)

Zusätzlicher therapeutischer Nutzen für Haut, Haare und Menstruation

Die vorhandenen Pillenpräparate unterscheiden sich vor allem durch das in der Wirkstoffkombination enthaltene Gestagen. Bei der Verordnung der Präparate sucht der Frauenarzt die für die Patientin am besten geeignete Pille heraus. Gerade für junge Pillenverwenderinnen spielt neben dem Schutz vor ungewollter Schwangerschaft auch die Verbesserung von Akne eine wichtige Rolle. Geeignete Gestagene hierfür haben eine so genannte anti-androgene Wirkung (z.B. Cyproteronacetat (CPA), Chlormadinonacetat (CMA), Dienogest). Studien haben gezeigt, dass Präparate, die z. B. das Gestagen CMA oder Dienogest enthalten, eine besonders vorteilhafte antiandrogenen Wirkung besitzen. Beschwerden wie Akne, verstärkte Körperbehaarung oder Zyklusbeschwerden können deutlich gebessert werden oder sogar vollständig zurückgehen.

Die Wirkung der Pille beginnt mit dem Tag der Einnahme

Wenn die erste Pille am ersten Zyklustag eingenommen wird, beginnt der Empfängnisschutz sofort und besteht auch während der 7-tägigen Einnahmepause. Daher sollte mit der Einnahme der Pille am ersten Tag der Monatsblutung (Menstruation) begonnen werden.

Weiterführende Informationen

Der normale Zyklus bereitet den Körper auf die Schwangerschaft vor. Doch auch Frauen, die die Pille nehmen, erleben einen Zyklus. Warum?

Die tägliche Östrogendosis lag früher bei über 50 μg/Tag. Welche Östrogendosis erreichen die modernen, niedrig dosierten Mikropillen?