Relative Bioverfügbarkeit von Diclofenac nach Einmalgabe einer neuen Multiple-Unit-Formulierung mit magensaftresistenten befilmten Pellets

Es wurde die relative Bioverfügbarkeit von Diclofenac (CAS 15307-86-5) nach Einmalgabe einer Multiple-Unit-Formulierung mit 75 mg Diclofenac-Natrium in magensaftresistent befilmten Pellets (A) im Vergleich zu einem magensaftresistent befilmten Dragee mit 50 mg Diclofenac-Natrium (B), einer Kapsel mit 140 mg Diclofenac-Colestyramin (C) und einer Dispers-Tablette mit 46,5 mg Diclofenac-Säure (D) untersucht.Die Studie wurde in einem 4-fach Cross-Over-Design an 16 gesunden männlichen Probanden durchgeführt. Die Diclofenac-Konzentrationen im Serum wurden mit einer validierten und spezifischen HPLC-Methode bestimmt. Nach Dosisnormalisierung errechnete sich für die Testformulierung eine mittlere Bioverfügbarkeit von 99 % (B), 142 % (C) und 116 % (D). Da das dosisnormalisierte 90 %-Konfidenzintervall innerhalb der geforderten Grenzen liegt, ist die Testformulierung beim Ausmaß der Bioverfügbarkeit äquivalent zum magensaftresistenten Dragee. Im Vergleich zu den Medikationen C und D wurde für die Pellet-Formulierung eine gesteigerte Bioverfügbarkeit gefunden.

Weitere Unterschiede in der Pharmakokinetik von Diclofenac konnten bei den geschwindigkeitsabhängigen Parametern beobachtet werden. Für die Testformulierung wurde die höchste mittlere Serumspitzenkonzentration (1595 ng/ml) nach 0,8 h gemessen. Für die Referenzformulierungen wurden mittlere Serumspitzenkonzentrationen von 1285 ng/ml nach 2,0 h (B), 370 ng/ml nach 1,8 h (C) und 735 ng/ml nach 1,9 h (D) bestimmt.

Trotz der magensaftresistenten Befilmung der Pellets wurden 0,4 Stunden nach Einnahme der Testformulierung erste Serumspiegel gemessen. Für die andere schnellfreisetzende Formulierung (D) lag die Lagtime in einer ähnlichen Größenordnung (0,3 h). Dagegen war die Resorption nach Gabe des magensaftresistent befilmten Dragees (B) und der Kapsel mit Diclofenac-Colestyramin (C) verzögert (1,8 bzw. 0,7 h).

Aufgrund der raschen und hohen Bioverfügbarkeit des Wirkstoffes aus der Testformulierung erfüllt diese die Voraussetzungen zur oralen Diclofenac-Therapie von akuten Schmerzzuständen, bei denen ein rascher analgetischer und anti-inflammatorischer Wirkeintritt gewünscht wird.

Autoren: Kersten Walter und Alexander von Nieciecki

Quelle:

Arzneim.-Forsch./Drug Res. 51 (II), 643−650 (2001)

Sonderdruck bestellen

Gerne senden wir Ihnen die Studie im Volltext als gedruckte Version per Post oder elektronisch als pdf-Dokument zu.

Sonderdruck bestellen

01.01.2001
Sie befinden sich: Start » Fachkreisbereich » Studien » Detailseite Studien